Was passt und mein Jahr als Knecht


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„Und? Was willst du später mal werden?“ In der Grundschule war für mich ganz klar: Tierärztin (hab sogar ein zweiwöchiges Praktikum bei einer Tierärztin gemacht und war auch sehr interessant). Als dann die gleiche Frage dann auf dem Gymnasium kam, war meine Antwort Meeresbiologin. Und ab der 9. Klasse war es dann nur noch „Weiß ich nicht“.

Und bis zu meinem Abitur in 2024 hatte sich nicht viel geändert. Meine Eltern fragten mich ständig „Wieso bist du denn so sehr vom Tierarzt abgekommen?“ oder „Was gefällt dir denn daran nicht mehr?“. Ich weiß es nicht. Irgendwie hat es nicht mehr gepasst. Und dann gibt es heute auch so viele Möglichkeiten, die ich entweder noch nicht ausprobiert habe oder nicht mal kenne. Bis jetzt weiß ich immer noch nicht genau, was eigentlich wirklich zu mir passt. Und alle um mich herum hatten schon Pläne, wie es weiter geht.

Deswegen habe ich eigentlich auch nur mein Abitur erst gemacht – für mehr Zeit. Und als ich nach dieser Zeit immer noch planlos war, habe ich für ein Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) gemacht. Und trotzdem war ich kein Stück weiter. Nach dem Abi sowie während des FSJ´s  begann das strategische Durchgehen meiner Interessen. Und es gibt einige davon. Aber was passt? Bei meinem eigentlichen Plan, nach dem Abi eine Ausbildung zur Buchhändlerin zu machen, gab es in jeder Thalia – Filiale in ganz Deutschland eine Absage. Also war das schon mal raus. Und Hugendubel war bereits vergeben oder in Bayern was frei. Alsoo war das auch nichts.

Deswegen habe ich nach vielen Absagen, keinen Rückmeldung und langen Nächten der Verzweiflung und Kopfzerbrechen mich für ein FSJ entschieden. Der erste Schritt und erste Einblick in die Arbeitswelt. Vor meinem ersten Tag habe ich mir beinahe in die Hosen gemacht. Aber so ist das glaube ich für viele vor dem ersten Tag bei einer neuen Arbeit oder generellem Neuanfang.

Mein FSJ habe ich in einem Museum gemacht (aus „informativen“ Gründen sag ich mal nicht welches). Zu meinen Aufgaben gehörten zum Beispiel die Kundenbetreuung (Eintrittskarten verkaufen, Informationen zum Museum wiedergeben, Bastelutensilien für Kinderangebote herausgeben und in Schuss halten, Angebote schreiben etc.), im Shop Waren verkaufen und verpacken, am Ende des Tages Kassenabrechnung machen sowie die Toiletten putzen, Social-Media Arbeit, Pflege unserer Website und später leider auch Museumsführungen machen.

Ich dachte mir fällt es irgendwann leichter in die Führung rein zu gehen, aber ich kenn mich selbst schließlich am besten und wusste von Anfang an, dass ich mir da keine Hoffnungen machen brauche. Und ich habe auch Erlebnisse während der Führungen gemacht, die mich bis zum Ende der Zeit traumatisiert haben. (Dazu schreibe ich einen separaten Artikel, also bleibt gespannt =)

Gott sei Dank hatte ich aber wirklich coole Kollegen (die meisten zumindest), mit denen ich in diesem Jahr zusammen gelitten habe und ich einiges gelernt habe. Und gelegentlich gab es sehr leckere Verköstigungen von meinen beiden Kolleginnen. Entweder Kuchen, Eis, richtig geile, beschmierte Brote (meine Kollegin hat vorher in einer Bäckerei gearbeitet) oder eine Art Spinat-Schnecken aus Blätterteig. Für meine Top-Arbeit in diesem ganzen Jahr bekam ich drei stolze Euro die Stunde 🙂 Also wenn ihr sowas machen wollt, seid ihr am besten reich. Das macht eigentlich eh vieles einfacher.

Während meines FSJ habe fleißig (auch wenn widerwillig) weiter nach Möglichkeiten für ein Studium oder eine Ausbildung weitergeschaut. Habe viele Bewerbungen geschrieben, oft ohne Rückmeldungen (und wenn erst mehrere Monate später) und ein paar Bewerbungsgespräche gehabt. Als ich dann schließlich meine jetzige Ausbildung in Sack und Tüten hatte (was ich niemals gedacht hätte), war ich enorm erleichtert, dass ich endlich etwas gefunden habe. Dennoch bin ich mir immer noch nicht sicher, ob es das ist, was mein Leben werden soll.

Aber kann man das mit 20 bzw. eigentlich mit 16 oder 18 denn schon sicher sagen? Ich freue mich trotzdem, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, diese Ausbildung zu machen und konzentriere mich erstmal nur darauf. Danach oder sogar währenddessen besteht immer noch die Möglichkeit etwas anderes zu machen, ein Studium zu beginnen oder die Welt zu bereisen.

Das wars fürs Erste!
Schönen Tach noch :3 Tschöß

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